In Gizeh, zwischen Nil und Lybischer Wüste, stehen drei der eindrucksvollsten ägyptischen Pyramiden, darunter die berühmte Chepren-Pyramide. Die vor mehr als 5000 Jahren errichteten Pharaonengräber zählten und zählen zu den Sieben Weltwundern der Antike und sind als einzige bis in unsere Tage erhalten geblieben. Bis heute gelten sie als Stätte der Magie und Mystik – nicht nur aufgrund des legendären „Fluchs der Pharaonen“ oder des Zaubers, der von den verblichenen Königen ausgehen soll, sondern insbesondere wegen der einzigartigen Architektur. Die Pyramiden sind nach astrologischen Kriterien gestaltet und sollen übernatürliche Kräfte aussenden, sowie jenseitiges Fortleben garantieren. Die große Pyramide von Gizeh wurde für König Khufu gebaut, den 2. Pharao der 4. Dynastie, der die Errichtung seines Grabmals um 2550 v. Chr. anordnete.
Man geht davon aus, dass etwa 10.000 Sklaven 30 Jahre lang am Bau der Pyramide arbeiteten. Dieses Grabmal ist das letzte der sieben Weltwunder, das uns bis heute erhalten blieb.” Es war im Jahre 2000 ein tolles Gefühl, vor diesen phantastischen Bauwerken zu stehen, die schon seit Jahrzehnten zum festen Inventar meines Bewußtseins zählen. Es gibt wohl kaum Bauwerke über die es so viele Bücher, Filme und TV-Dokumentationen gibt, wie die Pyramiden von Gizeh. Seit Jahrhunderten suchen Abenteuer und Pyramiden-Forscher nach verborgenen Kammern oder Hohlräumen in den Pyramiden Ägyptens. Nicht nur in der 4500 Jahre alten Pyramide des Cheops aus der IV. Dynastie wird danach gesucht, sondern in anderen Monumenten Ägyptens ebenso. Ich war jedenfalls froh, dass ich nach ca. 1 Stunde in den Gängen und Kammern der Pyramide, wieder auf dem Sand vor den Pyramiden stand. Es war so anstregend, dass ich zeitweilig glaubte, ich würde den Ausgang nicht mehr erreichen.
Zu den Pyramiden von Gizeh zählen neben den drei Hauptpyramiden, der Cheops Pyramide, der Chephren Pyramide und der Mykerinos Pyramide auch die Große Sphinx von Gizeh, einige weitere kleiner Nebenpyramiden, in denen zum Beispiel die Frauen der Pharaonen begraben wurden, sowie Arbeiterdörfer, Tempel und Gräberfelder.Die Pyramiden von Gizeh entstanden bereits in den Jahren 2620 bis 2500 vor Christus, was der 4. Dynastie entspricht. Aber schon zuvor, in der 1. bis 3. Dynastie, wurde das rund 3 Quadratkilometer große Areal der Pyramiden von Gizeh und der Sphinx als Grabstätte der Pharaonen genutzt. Inwieweit die damals entstandenen Gräber bei dem Bau der Pyramiden zerstört wurden ist allerdings unklar.
Die Cheops-Pyramide ist das älteste und das einzige noch erhaltene Weltwunder. Wegen ihrer Größe wird sie auch die „Große Pyramide“ genannt, sie ist mit Ausnahme der chinesischen Mauer, das größte je von Menschen errichtete Bauwerk. Sie ist mit 146,6 m so hoch wie ein 50stöckiger Wolkenkratzer und auf ihrer Grundfläche von 230 x 230 m hätten die fünf größten Kirchen der Welt gleichzeitig Platz. Aus den Gesteinsmengen aus denen die Pyramide errichtet ist, könnten alle Kirchen die in diesem Jahrtausend in Deutschland erbaut wurden, noch einmal errichtet werden. Ca. 2,5 Millionen Steinblöcke a 2,5 Tonnen, mit einem Gesamtgewicht von 6,25 Millionen Tonnen, benötigten einen festen Untergrund. Dieser wurde in dem felsigen Boden nahe des Dorfes Gizeh gefunden. Die Arbeiten für das planieren der Grundfläche dauerten allein schon 10 Jahre, daran waren in etwa 4000 Menschen beteiligt. 20 weitere Jahre sollte der Bau der Pyramide dauern, mit 100000 Arbeitskräften (Herodot). Allein für die Ernährung wurden 1600 Talente (20 Mio. DM) ausgegeben. Nach heutiger Meinung waren höchstens 8000 Menschen am Pyramidenbau beteiligt, da mehr sich nur behindert hätten. Die Felsblöcke hatten eine Höhe zwischen 80 cm und 1,45 m. Ein Trupp von 8 Mann arbeitete gemeinsam an einem solchen Block, holte ihn aus dem Stein bruch, hievte ihn mit Seilen und Hebeln auf einen Holzschlitten und brachte ihn über einen Knüppelweg zum Nilufer. Dort wurde der Block auf eine Barke verladen, ans andere Ufer befördert und auf die gleiche Art bis zum Bauplatz gebracht. Über eine 20 m breite, schräge Rampe wurden die Blöcke an ihren Einbauort befördert. Der „Pyramidon“, der 9 m hohe Gipfelblock, wurde als Abschluss auf die Pyramide gesetzt. Die Außenseiten wurden mit blendend weißem Kalkstein verkleidet, so dass eine glatte Oberfläche entstand. Der Pyramideneingang befindet sich auf der Nordseite, wo man über ein Gangsystem in die Königskammer im Zentrum der Pyramide gelangt. Hier befindet sich der Königssarkophag aus rotem Granit, mit dem die Kammer auch ausgekleidet ist. Ob die Pyramide jemals als Grabstätte benutzt wurde, wird heute aus 3 Gründen bezweifelt: 1. die Kammer ist entgegen damaligem Brauch völlig unverziert, 2. der Sarkophag ist nur roh behauen und der Deckel fehlt, 3. aus der Kammer führen zwei enge Luftschächte ins Freie und Tote brauchen keine Luft. 3500 Jahre blieb das Innere von Menschen unberührt, bis der erste Grabräuber Kalif Allah al-Ma’Mun in der Hoffnung auf Schätze die Pyramide betrat, doch sie war leer. Aufgrund von Wiederaufbauarbeiten in Kairo nach einem Brand fehlen heute die obersten Schichten der Pyramide (sie ist nur noch 137,20 m hoch) und die weißen Kalksteinplatten.
(k)






