Wie viele PC Besitzer hatte auch ich einen PC mit einem relativ lauten Standardnetzteil und dem oftmals lauten Intel Boxed CPU Lüfter. Diese lauten Geräusche störten mich schon lange an diesem sonst sehr preiswerten und guten PC System. Aber was soll man machen, wenn die Garantie (gekauft 2004) noch nicht abgelaufen ist. Nachdem nun die Garantiezeit abgelaufen war, bin ich nun damit beschäftigt, den PC leiser zu machen. Mein System ist ein Intel P4 D Celeron (Prescott) 2.8 Ghz mit 1 GB Ram und einer AGP 8x Grafikkarte mit 128 MB Ram. Das ganze System befand sich in einem Gehäuse, indem leider kein Platz für zusätzliche Lüfter war. Ich kaufte mir deshalb ein neues Gehäuse für 39 €, indem schon 3 120 mm Lüfter eingebaut waren. Des Weiteren besorgte ich mir noch eines dieser neuen BeQuit Netzteile mit 350 W für 54,00 € und einen leiseren CPU Kühler.
Alle alten und neuen Teile wurden in das neue Gehäuse eingebaut. PC Dämmplatten wurden eingeklebt.(Dadurch kann die Temperatur im Gehäuse steigen) Ein Problem kann dabei die Entfernung des alten CPU Kühlers werden, der sich in kaltem Zustand schlecht von der CPU und der Wärmeleitpaste trennen lässt. Entweder man erwärmt ihn mit einem Fön oder man lässt das System 15 Min bei Volllast laufen, schaltet es schnell ab und entfernt dann den CPU Kühler von der CPU.
Auf den neuen CPU Kühler wurde die mitgelieferte Wärmeleitpaste aufgetragen und in das 478 Rententionmodul eingebaut. Um die Systemtemperaturen testen zu können, wurde das kostenlose Tool SpeedFan 4.32 installiert. Die 3 Gehäuselüfter wurden noch an die 3 temperatur-gesteuerten Fananschlüsse des neuen Bequit Netzteils angeschlossen und ich war auch schon beinahe fertig mit meinem Silent PC System.
Nach dem ersten Start des Windows XP Systems wurden die Temperaturen in 3 verschiedenen Zuständen getestet. Die Temperaturen in einem System mit P4 Prescott CPU sind meistens höher als in anderen vergleichbaren Systemen. Wer es einfacher haben will, sollte vielleicht auf ein anderes System umsteigen. Mein zweiter Computer P4 2.0 Ghz Northwood ist um ca. 20 % kühler. Der erste Testlauf des neuen Systems brachte folgende Werte: Speziell die Motherboardtemperatur war bei der 3D Anwendung auf gefährliche 55 ° C angestiegen. Die Motherboardtemperatur sollte nicht mehr als 49 ° C betragen.(Grenzwerte) Das Mainboard wurde trotz 3 120 mm Lüftern nicht ausreichend gekühlt. Da ich mich noch nie mit Lüftungstechnik beschäftigt hatte, stand ich da zuerst vor einem Rätsel. Was waren die Gründe? Das neue Netzteil führte die Abluft vom Prozessor nicht so gut ab, wie das alte Netzteil, weswegen der Hersteller zusätzliche Lüfter fordert.
Ich machte nun eine Reihe von Tests, die darin bestanden, Lüfter abzuschalten, neu zu platzieren oder die Strömungsrichtung zu verändern. Dabei machte ich die Festellung, dass die Temperaturen besser wurden, wenn ich nur den hinteren 120 mm Lüfter laufen ließ, der die erwärmte Luft von Prozessor und Mainboard nach Außen transportierte. Die anderen 2 Lüfter wälzten nur die erwärmte Luft um, brachten aber die Abfuhr der Luft durcheinander. Ich war ganz froh, dass ich auf 2 weitere Lüfter verzichten konnte. Je mehr Lüfter, desto mehr Geräusche. Ich machte noch einen Test, wo der vordere Lüfter, die warme Luft von der Festplatte nach Außen befördern sollte. Dies funktionierte, aber eine Erhöhung der lästigen Lüftergeräusche war der Preis. Ich werde deshalb hier einen passiven Festplattenkühler einbauen. Nach diesen Lüfter Tests wurde erstmal der neue CPU Kühler wieder ausgebaut und der Alte wieder eingesetzt. Da er nicht ganz geeignet war für dieses System, gab ich ihn wieder zurück. Das Design des alten Kühlkörpers war so konzipiert, dass die Luft des darauf aufgeschraubten Lüfters besser die umliegenden Bauteile mitkühlen konnte. Die früheren Temperaturwerte waren also auf die bessere und lautere Luftabfuhr des alten Netzteils zurückzuführen und auf das Design des alten Kühlkörpers, der allerdings auch über einen Kupferkern verfügt.
Nach diesem erneuten Umbau ging die CPU Temperatur wieder zurück, aber die Motherboardtemperatur war immer noch zu hoch und stieg bei 3D Anwendungen auf über 50 ° C. Ich baute dann unter den hinteren 120mm Lüfter einen leisen 70 mm Lüfter ein, der Luft von Außen ins Gehäuse transportieren soll. Endlich konnte ich die Motherboardtemperatur senken. Die Temperaturwerte sind nun vergleichbar mit den Werten des alten Systems. Der 70 mm Lüfter wird über das Netzteil gesteuert, der 120 mm Lüfter wurde an Fan2 des Motherboards angeschlossen. Festzustellen ist, dass man bei der Kühlerauswahl aufpassen sollte. Wenn der Lüfter z.B. an der Seite eines CPU Kühlers befestigt ist, kühlt er dann auch die umliegenden Bauteile mit ? Es muss also u.U. ein zusätzlicher Lüfter eingebaut werden, der für entsprechende Umwälzung sorgt. In einigen Bios wird die Northbrigdetemperatur als CPUtemperatur angezeigt. Zudem handelt es sich oft um keine gemessene Northbrigdetemperatur, sondern der Temperaturfühler sitzt oft an einer anderen Stelle auf dem Mainboard. Bei Problemen auch mal das Bios Shadow auf Disabled setzen. Die Pentium 4 CPU kann nicht überhitzen, da das “Thermal Throttling” die Arbeitszyklen reduziert, sobald ca. 85°C Kerntemperatur erreicht werden. Damit wird die CPU vor einer möglichen Überhitzung geschützt.
Während eines Testlaufs stürzte das System öfters ab. Der CPU Kühler musste nochmal abmontiert werden und eine dünnere Schicht Wärmeleitpaste aufgetragen werden. Eine zu dicke Schicht Wärmeleitpaste ist oftmals der Grund für den Bluescreen. Dann wurde nochmals der CPU Stability Test 6 Stunden lang laufen gelassen und noch 2 Stunden lang eine 3D Grafik Anwendung. Es kam zu keinem Absturz. Die Motherboardtemperatur ist aber immer noch zu hoch, da man auch wärmere Außentemperaturen einplanen muss. Durch den Einbau eines anderen CPU-Kühlers und der Verwendung von sehr guter Wärmeleitpaste, konnte die CPU-Temperatur nochmals um durchschnittlich 3° C Grad gesenkt werden. Selbst bei Vollast bleibt die CPU jetzt bei <= 60 ° C Grad. Der neue Kühler verfügt über keinen Kupferkern, hat dafür aber feinere Lamellen.

Auch hier sieht man wieder, dass man sich pauschal nicht auf Empfehlungen verlassen kann. Außerdem hatte der bisherige Kühler einen runden Kupferkern, der die Fläche der CPU nicht ganz bedeckte. Dieses System lief mehrere Tage einwandfrei. 3D Anwendungen bereiteten keine Schwierigkeit und beim Surfen war der Computer angenehm leise. Dann stürzte der Computer plötzlich mit einem Bluescreen ab und immer öfters kam es zu erneuten Abstürzen. Das System ließ sich nach einigen Abstürzen nicht mehr starten und selbst eine Neuinstallation von Windows war nicht mehr möglich. Kurzerhand baute ich alle Teile aus (nur ca. 20 Schrauben und ein paar Kabel) und versetzte den Computer wieder in den ursprünglichen Zustand. Anschließend wurde Windows neu installiert und ausgiebig getestet. Der Computer stürzte aber immer noch ab. Ich kam dann auf die Idee, den CPU Kühler nochmal abzumontieren und den Orignalkühler mit Kupferkern und Siliconwärmeleitpaste zu montieren (bisher silberhaltige).
Ich hatte anscheinend das Richtige gemacht, wie die nachfolgenden Testläufe zeigten. 2 Stunden PRIME95(sehr guter Test) und 2 Stunden 3DMark2001 im Loopverfahren, lassen mich zumindest erstmal hoffen, dass das System nicht beschädigt wurde. Obwohl die Siliconpaste zur Erhöhung der Temperaturen führte, lief das System ausgesprochen stabil, was mir zeigte, dass es nicht nur an den Temperaturen liegen kann.(m.M nach eher ein Zufall) Das neue System harmonierte noch nicht mit den neuen Komponenten. Wo genau der Fehler liegt, ist mir noch unklar. Da ich kein Hardwarelager habe, bin ich natürlich nicht in der Lage, den Fehler schnell zu lokalisieren. Wenn ich kein Recovery Windows hätte, wäre ich sicherlich schon auf einen anderen Prozessortyp umgestiegen. Nachdem ich mir sicher war, dass mein System wieder ganz stabil lief, baute ich die Komponenten wieder in das neue Midi-Desktop Gehäuse ein, allerdings zusammen mit dem alten Standard Netzteil.
Wenn es mit dem alten Netzteil auch nicht funktionierte, lag es nicht am Netzteil, da das Standardnetzteil über eine gute Kühlleistung verfügte. 4 Minuten Prime95 und auch diese Konfiguration stürzte ab. Die Wärmeleitpaste, diesmal wieder silberhaltige teure Wärmeleitpaste, wurde nochmal neu aufgetragen. Aber auch dies nützte nichts. Diese erste Silent-Aktion war gescheitert und ich überlegte, ob ich es nun sein lassen sollte. Da ich aber nicht zufrieden war, kaufte ich mir ein neues Gehäuse, ein Barebone-Gehäuse, welches mir in einem Testbericht aufgefallen war. Ich hatte gelesen, dass das Gehäuse über gute thermische Eigenschaften verfügen soll. Das kleine Gehäuse, etwas breiter als ein Mikro-Atx-Mainboard, hat auf beiden Seiten und Hinten praktische Lüftungsgitter. Der 120mm Fan ist kaum zu hören. Das ganze war ein Erfolg, soweit ich es in der kurzen Zeit beurteilen kann. Allerdings musste ich die silberhaltige Wärmeleitpaste dreimal neu auftragen, bis es zu keinem Absturz mehr kam. Deshalb habe ich mich hinsichtlich des Auftragens der Wärmeleitpaste für eine andere Methode entschieden. Ich gab in die Mitte des CPU-Kühlers eine ganz kleine Menge Wärmeleitpaste und verspachtelte die Masse hauchdünn auf dem runden Kupfer. Ich stellte überhaupt fest, dass das richtige Auftragen der Wärmeleitpaste einer der wichtigsten Faktoren bei dieser Silent-Aktion war. Die silberhaltige Wärmeleitpaste benutze ich lieber, weil sie sich besser spachteln lässt. Wer keine Erfahrung damit sammeln konnte, kann bei Abstürzen des Systems oftmals davon ausgehen, dass es auch mit falsch aufgetragener Wärmeleitpaste zusammenhängen kann.
Der absolute Laie sollte die Paste u.U. für ein paar Euro von einem Händler auftragen lassen. Alternative: Coollaboratory Liquid Metal Pad – Test: Achtung : AMD empfiehlt für den Langzeiteinsatz Wärmeleitpads zu verwenden, da die Paste mit der Zeit verdampft. Wärmeleitpaste sollte nur verwendet werden, wenn der Kühler nur kurzfristig auf der CPU installiert wird (z.B. Probelauf). Für den Normalbetrieb verwendet man besser nur Wärmeleitpads. Das neue System ist zwar nicht gedämmt, ist aber sehr leise. Das neue Barebone-System wurde erstmal ausführlich getestet. 2 Stunden Prime95 , 2 Stunden 3DMark2001 und 6 Stunden Flugsimulator 2002 ohne Komplikationen. Zum Abschluss habe ich dem System einen leistungsfähigeren Kühler spendiert. Der Lüfter arbeitet immer im Silent Mode und der 120 mm Lüfter läuft auch kontinuierlich mit 1000 Umdrehungen. Er wurde allerdings so eingebaut, dass er die Luft reinbläßt, wodurch sich die Temperaturen um 3-4 ° Grad/C senken ließen.
Fazit: Beim Umbau wurde mir klar, dass man ein PC System besser individuell sieht. Was nützen Herstellerempfehlungen, wie z.B. ein Lüfter vorne unten, der Luft reinbläßt und ein Lüfter hinten, der Luft abtransportiert, wenn es nicht funktioniert. Was nützt der teuerste Kühler, wenn er umliegende Bauteile nicht mitkühlen kann. In meinem Fall ist es so, dass die Mainboardtemperatur zu hoch ist. Mehr als 45° sollten es nicht sein.(die CPU Temperatur konnte ich in den Griff bekommen) Wenn allgemein die Temperaturen zu hoch sind, müssen die Lüfter mehr arbeiten und das bedeutet mehr Lärm. Will man dann den Geräuschpegel senken, stößt man automatisch in Temperaturgrenzbereiche. Auch bei der Wasserkühlung muss man mit solchen Problemen rechnen. Ich stellte auch bei mir fest, dass kleine Gehäuse leichter zu kühlen sind, als große PC Gehäuse. Bei einem kleinen Gehäuse reicht u.U. ein leiseres Netzteil, mit nachweislich guter Kühleigenschaft, um die Luft abzutransportieren. Für mich als Privatmann bestand darin ein Problem, dass ich nicht alle Netzteile und Kühler ausprobieren konnte. Allerdings sind die vielen Testberichte im Internet eine große Hilfe gewesen. Bei älteren Systemen lohnen sich solche Umbauten nur dann, wenn man die Bauteile in ein neues System integrieren kann. Es gibt ausgesprochen günstige Aufrüst-PC mit neuem Betriebssystem. Ein Gehäuse, ein Festplattenkühler mit Festplatte, eine Grafikkarte, ein Netzteil und ein CPU-Kühler können u.U. in ein neues leistungsfähigeres System integriert werden. Ich selber hatte jahrelang keine Angebote gelesen und stellte dann fest, dass es mittlerweile sehr günstige Komplettsysteme gibt, die u.U auch leise sind. Ich habe mir gerade ein leistungsfähigeres System für die Videobearbeitung gekauft, in das ich aber alle neu gekauften PC-Teile integrieren kann. Das neue System mit AMD 64 X2 hat nun endlich normale Durchschnittstemperaturen. CPU ca. 38° C und das Mainboard ca. 36° C. Außerdem hat es eine genau einstellbare Lüftersteuerung. Da mein System auf einem Dachboden untergebracht ist, wo im Sommer teilweise “Saunatemperaturen” herrschen, bin ich mit diesem neuen AMD System gut bedient.