Electric Lounge


Psychophonie 1

Psychophonie 2

Psychophonie 3

Psychophonie 4

Psychophonie 5

Psychophonie 6

Kannst du nicht allen gefallen durch deine Tat und dein Kunstwerk,  mach es wenigen recht; vielen gefallen ist schlimm. (Friedrich Schiller)

 

Diese Kompositionen aus den Jahren 1990–1995 habe ich so gut wie es mir möglich ist restauriert. Sie wurden auf einem preiswerten Hifi-System mit Subwoofer abgemischt und als Wave-Datei gespeichert. Damals hatte ich noch keine Kenntnisse über Mixing und Mastering. In der Urversion ist  der Bass entweder zu voluminös oder zu gering. Diese Musik entstand während einer psychischen Erkrankung in den Jahren 1981–1998 und hatte keinen kommerziellen Hintergrund.  Midi wurde in dieser Zeit erfunden und es machte mir sehr viel Spaß in Mehrspurtechnik zu komponieren. Musik hat immer, entweder aktiv oder passiv, eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Ich hatte in der Volksschule und später auf dem Gymnasium insgesamt 8 Jahre lang konventionellen Musikunterricht in Flöte, Geige und Klarinette.

klarinette

Die Klassik machte mir aber nicht so richtig Spaß. Die alten Meister in Ehren, aber es ist Musik aus einer anderen Zeit. Mitte der sechziger Jahre kamen dann auch noch die mittlerweile weltbekannten Pop- und Rock-Gruppen mit ihren E-Gitarren auf den Markt. Die Musik der 60er Jahre und der 70er Jahre fand ich wahnsinnig toll, originell und kreativ. Es war also ganz Mainstream, als ich mir ca. 1968 meine erste E-Gitarre mit Verstärker kaufte. Die klassische Musik gab ich auf. Ich war sehr oft damit beschäftigt, die Akkorde und Solos der neuesten Hits aus dem Radio herauszuhören und die Lieder auf der Gitarre zu spielen. Irgendwann fing ich dann an selber Lieder zu komponieren. Ein Jahrzehnt später kam dann die Midi-Schnittstelle auf den Markt. 1987 kaufte ich mir einen Computer mit Midi-Schnittstelle und dazu noch einen Synthesizer. Den ersten Kontakt mit Synthesizern hatte ich aber schon 1980. 

Screenshot (6)

Diese Midi-Technik ist ein großer Fortschritt, denn es war jetzt möglich, musikalische Ideen relativ preiswert und Multi-Timbral in Mehrspurtechnik aufzunehmen oder zu programmieren. In den letzten Monaten habe ich mich nur  mit Musik abmischen beschäftigt. Wegen der Lebenssituation  konnte ich mich sowieso nicht so richtig zum Musikmachen aufraffen.  Ich habe aber trotzdem einiges dazu gelernt.  Mixen und Mastern ist eine Wissenschaft für sich. Gerade für Anfänger kann abmischen ein großes Problem darstellen. Wer z.B. mit dem Bass nicht klarkommt, der sich auf der Heimanlage ganz gut anhört, aber  im Autoradio alles übertönt, der sollte es mit dem kostenlosen Plugin Virtual Studio von Beyer-Dynamic einmal versuchen. Das Plugin für Kopfhörer verfügt über 4 Presets. Wählt man das Preset Car aus und schafft es einen vernünftig anzuhörenden Mix fertigzustellen, dann hat man schon eine Menge geschafft. Wer das Plugin zum ersten Mal ausprobiert sollte nicht erschrecken. Der Klang ist scheußlich.  Man bekommt mit der Zeit ein besseres Gespür für die richtige Basslautstärke. Gute abgemischte kommerzielle Produktionen hören sich über dieses Preset Car immer noch akzeptabel an.  Voraussetzung ist natürlich ein guter linearer Studiokopfhörer wie z.B. Beyer Dynamic DT 880 Pro, AKG 701, AKG 702 AKG 812 Shure SRH840, Shure SRH940, Adam Pro 5P oder andere extra als Studiokopfhörer gekennzeichnete Modelle. Ich selber benutze den AKG K702, den ich wegen seines neutralen Klangs und des Tragekomforts auch nur empfehlen kann. Außerdem wird dieser Kopfhörer von den Plugins Sonarworks, Toneboosters Morphit und Waves NX Virtual Studio unterstützt. Ein anderes Problem für Anfänger ist, dass der Bass zwar auf der Hifi-Anlage gut zu hören ist, aber auf dem kleinen Küchenradio nicht mehr zu hören ist. Abhilfe schafft hier das Waves-Plugin Eddie Kramer BassSeit längerer Zeit bin ich damit beschäftigt, ob es möglich ist mit dem Kopfhörer gut abzumischen. Ich habe einige Artikel über das Thema gelesen und mir einen Studiokopfhörer AKG 702 zugelegt. Außerdem wurde noch das Sonarworks Plugin angeschafft. Ich habe dann festgestellt, dass ein Mix mit dem AKG 702 in Verbindung mit dem auf Mono geschalteten Sonarworks Plugin zu einem akzeptablen Ergebnis führt. In Mono kann man besser die Lautstärke der einzelnen Spuren einstellen und man hat kein  Crossfeed-Problem. Das Crossfeed-Problem macht sich besonders bei der Lautstärkeeinstellung von Flächensounds bemerkbar. Um vernünftig mit Kopfhörern abzumischen  müssen alle Tracks monokompatibel sein. Sonst funktioniert die Lautstärkeangleichung über Kopfhörer nicht gut. Monokompatibel heißt, dass die Lautheit des Klangs in Mono und Stereo gleich ist. Auch die Klangfarbe sollte in Mono und Stereo gleich sein. Mit dem kostenlosen Plugin Brainworx bx_solo lässt sich die Monokompatibilität testen. Übrigens gibt es von der gleichen Firma kostenlos einen Subfilter. Damit kann man dem Bass, Drums oder dem Mix noch etwas Subbass hinzufügen. Außer in Mono abzumischen gibt es aber noch eine andere Möglichkeit. Das wirklich gute kostenlose Meier-Crossfeed Plugin. Dieses Plugin simuliert ein paar Stereo-Lautsprecher. Um es auf einem 64 Bit System laufen zu lassen, ist das Programm Jbrigde erforderlich.  Wer nur über ein kleines Budget verfügt, der kann auch nur mit den Presets des Beyer Virtual Studio  abmischen. Eine gewisse Einarbeitungszeit ist auf jeden Fall nötig. Allerdings sind meine Kontrollmöglichkeiten beschränkt auf den Fernsehlautsprecher, einen In-Ear Handy-Kopfhörer, einen Durchschnittskopfhörer, ein Autoradio und 2 preiswerte passive Nahfeld-Monitore.  Empfehlenswert für Anfänger ist auch das VST-Plugin Level. Mit diesem Plugin lassen sich technische Fehler im Mix erkennen. 

Interessante Portale für Musiker:

 

Kopfhörer oder Studiomonitore? Es gibt Fachleute, die behaupten, dass es besser ist mit einem Studiokopfhörer abzumischen als mit Studiomonitoren in einem nicht akustisch optimierten Raum. Andere behaupten man könne mit Kopfhörern nicht gut abmischen. Trotz einiger erfolgreicher Versuche, sehe ich das Mixing mit Kopfhörern eher kritisch. Ich habe auch festgestellt, dass man sich überhaupt keine teuren Studiomonitore kaufen sollte, wenn man nicht gleichzeitig die Räumlichkeiten akustisch optimiert. Das ist noch nicht einmal besonders teuer, aber nicht jeder will Akustikelemente in der Wohnung platzieren. Außerdem sollte man noch ein Programm benutzen, das den Frequenzverlauf korrigiert sowie Stereobild von Studiomonitoren am Abhörplatz. (IK Multimedia ARC oder Sonarworks). Aktiviere ich mein ARC2 Plugin  hören sich die Lautsprecher fast so an wie mein AKG Studiokopfhörer. Würde ich den Raum noch akustisch optimieren, wäre wohl überhaupt kein Unterschied zu hören. Die ARC2 Software macht aus einem mittelmäßigen Studiomonitor, ein höherwertiges Gerät. Ohne dieses Plugin ist der Klang des Studiomonitors in meinen Räumlichkeiten nicht akzeptabel.  Der Raum ist zwar mit Teppichboden ausgestattet, aber Akustikelemente sind nicht installiert. Mit der Software Virtual Audio Stream ,  kann man das ARC2 und auch andere Plugins in das Windows Soundsystem einbinden, so dass man auch die Mp3 Songs oder Youtube-Videos über ein optimiertes Soundsystem hören kann. Ich selber mische lieber mit Kopfhörern, da ich dort mehr Details höre.  Es gibt noch eine interessante Lösung für Mixing mit dem Kopfhörer. Das Waves-PluginNx – Virtual Mix Roomist ein virtueller Abhörraum für die Arbeit mit Kopfhörern. Das Crossfeed Problem wurde hier besonders gut gelöst. In Verbindung mit dem AKG K702, der zurecht als Referenzkopfhörer bezeichnet wird, konnte ich mit diesem Plugin gute Ergebnisse erzielen. Die Lautstärkeangleichung war identisch mit der Angleichung über die Behringer Monitore mit ARC2. ARC2 ist allerdings notwendig, da der Mittenbereich bei meinen Studiomonitoren unterrepräsentiert ist. Vor einiger Zeit kaufte ich mir den Studiokopfhörer Beyerdynamic DT 1990 Pro. Dieser Studiokopfhörer schneidet in den Tests besonders gut ab. Ich habe dieses Gerät zwei Tage lang mit analytischen Ohrpads ausprobiert, konnte aber keinen Unterschied zu meinen AKG K702 feststellen. Beide Kopfhörer gelten als Referenzkopfhörer. Fachjournalisten können wahrscheinlich noch Unterschiede erkennen. Ich habe den DT 1990 Pro wieder zurückgesandt. Empfehlenswerte Mixing-Kopfhörer für das kleine Budget sind  AKG 702,AKG 712 ,AKG 371 und Beyerdynamic DT 880 Pro. Den Mix stelle ich „grob“ mit dem Beyer Virtual Studio Plugin (Preset : Car) ein und für die Feineinstellung benutze ich das WAVES NX Virtual – Studio Plugin. Die Mitten und Höhen mit dem Toneboosters Plugin Isone (Preset : Small Studio) mit oder ohne vorgeschaltetem Sonarworks Headphone Plugin. Das Preset Small Studio entspricht einem 10 cm Breitbandlautsprecher, vergleichbar mit  Mixcubes. Das Toneboosters Isone Lautsprecher Design Plugin hat eine Crossfeed Schaltung integriert. Folgendes sollte man auch beachten. Mono-Tracks kann man im Panorama ohne weiteres ganz links oder rechts positionieren. Stereo-Tracks sollten nur gemäßigt im Panorama platziert werden. Der Hall stellt ein ganz besonderes Problem dar, vor allen Dingen in Zusammenhang mit abmischen über Kopfhörer. Über Kopfhörer hört man schon kleinste Zugaben von Hall, während man dies über Lautsprecher nicht wahrnimmt. Es gibt aber eine einfache Regel. Den Hall über Kopfhörer erst einmal nach  persönlichem Geschmack einstellen. Dem Bass und der Kick Drum wird meistens kein Hall beigemischt. Danach gibt man ein klein wenig mehr Hall dazu, sodass es über Kopfhörer als etwas zuviel Hall erscheint. Ein weiterer Punkt ist die Tiefenstaffelung. Auch hier gibt es einige Lösungen per VST-Plugin, wie z.B. Virtual Soundstage, das es als Demo zum ausprobieren gibt. Ich habe kürzlich in einem Forum gelesen, dass jemand nur die Plugins Izotope Neutron und Virtual Soundstage benutzt. Das bezieht sich allerdings nicht auf die Problematik bei der Abmischung über Kopfhörer. Die Hörerfahrung kann man allerdings nicht kaufen. Izotope Neutron ist ein sehr nützliches Tool. Die Probleme, die beim Mixen auftreten können, sind mannigfaltig. Ich hatte z.B. das Problem, dass das Zusammenspiel von Piano und Streichern nicht richtig funktionierte. Der Pianoklang war verfälscht und schlecht zu hören. Wenn sich mehrere Spuren in einem Mix überlagern, entsteht ein Maskierungseffekt. An sich ein Phänomen, da er nicht immer auftritt. Ich habe 2 Spuren, also Piano und Strings, mit Neutron analysiert und bearbeitet und beide Spuren in einem Gruppenkanal zusammengefasst, der auch noch mit Neutron bearbeitet wurde.  Tatsächlich war jetzt das Piano unverfälscht und klar zusammen mit den Streichern zu hören. Das Neutron Elements Plugin habe ich vor ein paar Monaten als Sonderangebot für 29 € erworben. Ein wirklich tolles Plugin, ganz speziell für Leute, die nicht über umfangreiche Kenntnisse im Bereich Tontechnik verfügen. Das A & O sind die Kopfhörer und Studiolautsprecher.  Wie gut Studiomonitore sind, konnte ich beim Bonedo Studiolautsprecher Test erfahren. Je mehr Sterne, desto besser.  Mixing bedarf präziser Gerätschaft. Unter 4.5 Sternen sollte man besser nichts kaufen. Wenn z.B. im Test geschrieben steht, dass die Mitten unpräzise sind, dann auf keinen Fall kaufen.

Hier ein paar Links zum Thema:

Screenshot (10)

Mittelpunkt meines kleinen Homestudios in den 90er Jahren war ein PC 486 DX mit einer Roland MPU-401 kompatiblen Voyetra 4000 ISA-Midikarte und dem Voyetra Sequencer Plus/Gold. Ein sehr guter DOS-Midi-Sequencer mit dem immer noch Musiker arbeiten.  Der Voyetra Sequencer ist mittlerweile kostenlos erhältlich und kann über die DOSBOX auf modernen PC-Computern installiert werden. Über das Windows Sound System kann man auf jeden Fall alte Midifiles  abspielen.  In den letzten Wochen habe ich mit Hilfe eines USB Diskettenlaufwerks meine alten Voyetra-Files teilweise noch auf eine Festplatte retten können und den Voyetra Sequencer über die DOSBOX installiert. Mein damaliges Musik-Equipment bestand aus einem Roland Synthesizer D10 und einem Roland SC-55 Soundmodul, einem Behringer Autocom-Prozessor, einem Behringer Ultrafex Psycho-Akustik-Processor und einem DAT-Recorder.

 

Links:


Dieser Beitrag wurde unter Art abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Electric Lounge

  1. Pingback: Wissen ist Wahrheit – Recht und Psychiatrie | Lothar´s Personal Webpage

  2. Pingback: Wissen ist Wahrheit – Psychiatrie | Lothar´s Personal Webpage

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.